Maschinentechnik hautnah – Videokonferenzen eröffnen neue Perspektiven

28.07.2020

Der reguläre Schulbetrieb ist noch immer nicht wieder angelaufen, nur die Abschlussklassen werden seit dem 27. April 2020 wieder unterrichtet. So müssen alle anderen Schülerinnen und Schüler auch weiterhin im Home-Schooling lernen. Gerade an Berufsschulen ist hierbei Flexibilität und Kreativität gefragt, denn es müssen nicht nur fachtheoretische, sondern auch fachpraktische Inhalte vermittelt werden. Mittlerweile haben alle fünf Beruflichen Schulen im Lahn-Dill-Kreis ein gutes und tragfähiges Konzept zum Distance-Learning für ihre Schülerinnen und Schüler sowie für ihre Lehrkräfte im Einsatz. Die Kaufmännischen Schulen in Dillenburg, die Theodor-Heuss-Schule und die Werner-von-Siemens-Schule in Wetzlar nutzen IServ und ziehen eine positive Bilanz in der Arbeit mit dem Kommunikationssystem.


Die Lehrmethoden der Berufsschulen mussten an den „Unterricht Zuhause“ angepasst und neue Unterrichtskonzepte entwickelt werden. Hier stand der Fachdienst Medienservice der Schulabteilung des Lahn-Dill-Kreises allen Berufsschulen beim Findungsprozess neuer Konzepte und Möglichkeiten beratend zur Seite. „Wir sind froh, dass wir den Schulen mit IServ eine gute Arbeitshilfe anbieten können und dass das System sich dank des Feedbacks und dem Kontakt der Schulen mit unserer Abteilung so schnell und gut weiterentwickeln konnte“, sagt Kreis-Schuldezernent Heinz Schreiber. Die technische Infrastruktur bietet die Grundlage, für den erfolgreichen digitalen Unterricht kommt es vor allem auch auf die Lehrkräfte an, denn eine Aufgabe für das Home-Schooling zu entwickeln gestaltet sich anders als eine „normale“ Unterrichtsvorbereitung.


„Vor allem den fachpraktischen Unterricht abzubilden, stellte eine Herausforderung dar“, sagt Daniel Gerth, Lehrer an der Werner-von-Siemens-Schule in Wetzlar. Hier kamen zunächst selbstgefilmte Erklär-Videos oder auch YouTube Videos zum Einsatz, um praktische Inhalte auch Zuhause zugänglich zu machen. IServ bietet verschiedene Dienste für Administration, Schulorganisation und Kommunikation an, so z. B. – neben einem Messenger Dienst, Email und einer zentralen Dateiablage – mittlerweile auch Videokonferenzen. Diese ermöglichen Videochats, der Lehrer kann aber auch seinen eigenen PC-Bildschirm einblenden, Whiteboards im Bild hinzufügen und unkompliziert zwischen PC und Smartphone wechseln. „Die Videokonferenzen erleichtern es enorm den Schülern technische Inhalte zu vermitteln. Im Unterricht mit den Zerspannungsmechanikern konnte ich z. B. ganz leicht präzise Details der Maschine zeigen. Indem ich schnell auf das Smartphone wechsle, kann ich die Schüler quasi mit in die Maschine nehmen.“, berichtet Gerth vom Unterricht der letzten Woche, „Das ist schon wesentlich besser, als nur Arbeitsblätter hin und her zu schieben!“ Die Videokonferenzen bieten die Möglichkeit, sich über einen Button virtuell zu „melden“ und ermöglichen so eine interaktive Unterrichtseinheit mit Rückfragen und direktem Feedback. „Die Handhabung ist wirklich einfach und das System vereint viele Funktionen, für die wir vor Corona unterschiedliche Dienste genutzt haben“, ergänzt der Kollege Gunnar Veith. Auch in Zukunft möchte die Werner-von-Siemens-Schule das System fest in den Unterricht einbinden. „Ab dem kommenden Schuljahr haben wir eine kurze Einführung in das Programm eingeplant und möchten es auch in Zukunft zur Kommunikation nutzen,“ so Gunnar Veith.


Der persönliche Kontakt, Interaktion und Feedback sowie das soziale Miteinander oder die gegenseitige Unterstützung im Klassenverband können auf diese Weise nicht so stattfinden wie es im realen Unterricht möglich ist. Die Diskrepanz zwischen stärkeren und schwächeren Schülerinnen und Schülern ist deutlicher erkennbar als im normalen Unterricht. „Distance-Learning wird niemals den realen Unterricht ersetzen, aber es gibt Elemente, die auch nach Corona sicherlich weiter ausgebaut werden, weil sie sich als neues und innovatives Format bewährt haben. Vielleicht wird sich die Corona-Krise am Ende zumindest als wertvolle Erweiterung des Erfahrungshorizontes auf dem Weg zum digitalen Unterrichten und Lernen erweisen.“, so der Kreis-Schuldezernent Heinz Schreiber.


Die Schul- Plattform IServ ermöglicht den digitalen Unterricht im Lahn-Dill-Kreis und wird vom Fachdienst Medienservice der Schulabteilung der Kreisverwaltung bereitgestellt. IServ bietet innerhalb eines umfangreichen Funktionsumfangs die Möglichkeit, ein interaktives Klassenzimmer zu erstellen und online zu unterrichten. Den Schulen steht darüber hinaus eine Vielzahl interaktiver Lernmodule und Online-Medien zur Verfügung. Diese ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen selbstständig zu lernen. Drei Berufliche Schulen im Landkreis nutzen IServ, eine plant den Einsatz in Kürze und eine weitere verwendet ein eigenes System.


 





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