„Karriere mit Lehre“: Dirk Kornau über den Fachkräftemangel in Mittelhessen

17.10.2018

Den Schulabsolventinnen -und Schulabsolventen stehen viele Türen offen, doch meist erkennen Sie diese nicht. Schulabsolventen starten ein Studium, ohne sich Gedanken darüber gemacht zu haben, ob eine Ausbildung nicht auch in Frage kommen würde. Doch woran liegt das? Fachkräftemangel ist in vielen Branchen ein präsentes Thema, so auch im Handwerk.

Die Zahl der Auszubildenden sinkt deutschlandweit und circa 20.000 Ausbildungsplätze bleiben jedes Jahr unbesetzt, erörtert ein Beitrag auf Spiegel Online.

Doch wie sieht es in unserer Region aus?

 Kornau stellt fest, dass viele junge Menschen nicht wissen, was Sie nach der Schule machen wollen. Sie sind meist noch jung und nicht bereit, eine Entscheidung über ihre Zukunft zu treffen. Meist sind die Multiplikatoren in solchen Situationen die Eltern oder Lehrer. Weiß ein Schüler nicht, was er machen will, fragt er Mama oder Papa oder vielleicht die Lehrkraft. Viele Schulabsolventen ergreifen nicht die Chance, sich von Arbeitsagenturen oder Messen informieren zu lassen.Sie treffen oftmals die Wahl, die für sie am einfachsten scheint.

Informationen zur Berufsorientierung sind entscheidend

 Die Berufsorientierung an Schulen ist sehr wichtig, denn dort beginnt der erste Schritt zur Karrierelaufbahn. Einige Schulen sind meist nicht sehr transparent. Viele Gymnasien zeigen den angehenden Schulabsolventinnen und-absolventen die Möglichkeiten verschiedener Studiengänge auf, lassen jedoch meist andere Karrierewege aus. Klassische Ausbildung droht an Wert in der Gesellschaft zu verlieren und wird in Gymnasien zu selten angesprochen. Das ist zu einseitig.

Das Ziel jeder Schule sollte sein, den Schülerinnen und Schüler alle Berufsmöglichkeiten aufzuzeigen, ihnen Beratungsstellen zu nennen, Informationen zu vermitteln und Kontakte herzustellen. Denn kaum jemandem ist bewusst, dass man mit einer Ausbildung gleichfalls viel erreichen kann. Man eröffnet sich mit dem erfolgreichen Abschluss der Gesellenprüfung, den Meisterbrief zu machen, um ggf. in die Selbstständigkeit zu gelangen. Der monatliche Verdienst kann mit 5.000 € und mehr sehr gut sein.

„Aufklärung tut Not! Jeder Schüler sollte sich seine eigene Meinung bilden!“

Fachkräftemangel im Handwerk

 Die Bedeutung des Handwerks ist klar verankert in den Köpfen der Bevölkerung. Viele Menschen assoziieren einen handwerklichen Beruf mit dreckiger Arbeit, schlechter Bezahlung und harten Arbeitsbedingungen. Es ist ein Image, dass verbessert werden sollte. Bereits an den Schulen sollten die vielfältigen Möglichkeiten einer Ausbildung aufgezeigt werden. Denn auch das Handwerk bewegt sich in der digitalen Welt und macht sich neue Technologien zu Nutze. Dachdecker verwenden zum Beispiel Drohnen für ihre Arbeit. Es sind coole und innovative Hilfsmittel, die den Arbeitnehmer die Arbeit erleichtern und gleichzeitig für Abwechslung und Spaß sorgen.

Durch die Vermittlung solcher Beispiele soll sich das Imagebild des Handwerks ändern und neues Interesse wecken. Denn es existiert ein Fachkräftebedarf. „Karriere mit Lehre“- diese Art von Karriere ist persönlich und leidenschaftlich.

Unterschied: Fachkräftemangel im Rhein-Main-Gebiet und Mittelhessen

 Das Rhein-Main-Gebiet hat großen Bedarf an Auszubildenden. Es verzeichnet einen großen Fachkräftemangel, welchem entgegengewirkt werden muss. Viele Handwerksbetriebe (Konditorei etc.) haben sich spezialisiert und sind zu Ketten mutiert. So heben sie sich von ihren Wettbewerbern ab und stechen hervor. Die Konkurrenz wird stärker und das Handwerk kann nur schwer mithalten. Insbesondere die Nahrungsmittelhandwerke (Bäcker, Konditoren, Fleischer) suchen Nachwuchs. Aber auch in den Bereichen Elektro und Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik werden Lehrlinge gesucht.

Mittelhessen ist anders. Viele Schulabsolventinnen und -absolventen sind in der Region aufgewachsen und sind von ihrem Lebensraum geprägt. Das Image des Handwerks ist ein anderes und ist fest verankert. Die Tendenz, eine klassische Ausbildung in Mittelhessen zu machen, steigt, da einige junge Menschen noch bei ihren Eltern wohnen und eine Ausbildung einen anderen Stellenwert hat. Dies ist eine positive Erkenntnis, an der die Handwerkskammer anknüpft und weiterhin mit der Verbesserung ihres Images an der Attraktivität des Handwerks arbeitet.

Im Allgemeinen sind genaue Zahlen zum Fachkräftemangel in der Region schwer zu erfassen. Doch entscheidend ist nicht die Zahl, sondern das jede/r Schülerin und Schüler das Richtige für sich finden darf!

Mehr Informationen zu neuen Karrieremöglichkeiten, Ausbildungs -oder Jobangebote in der Mittelhessen erhaltet ihr unter: https://www.karriere-mittelhessen.de/





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