Die Mischung macht's: Karriere im Start-Up und im mittelständischen Unternehmen

31.07.2019

Heute gibt es mal wieder Start-Up News. Wir haben Oliver Philipps von muli-cycles, einem Start-Up Unternehmen in unserer Region, das 2018 die Auszeichnung des Start-Up Awards sowie den Gold Award bei der Fahrrad-Weltleitmess Eurobike gewonnen hat, interviewt. Oliver hat uns tolle Einblicke zu seinem Werdegang, seiner Arbeit und sein Leben in der Region gegeben. 

Sie haben vor kurzen ihr Studium beendet, was genau haben Sie studiert und wie sind Sie im Zuge ihres Abschlusses an das Unternehmen muli-cycles gekommen?

Im Erst-Studium habe ich Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau studiert und danach verschiedene Tätigkeiten ausgeübt. Ich war sowohl im Controlling als auch in der Fertigung tätig und habe mir selbst etwas programmieren beigebracht. So bin ich nach und nach zur Informatik gekommen. Mich fasziniert nach wie vor die Vielseitigkeit dieses Themengebiets und welche Freiheiten es bietet. Letztlich braucht man lediglich einen Laptop, eine Internetverbindung und eigene Ideen, um etwas erschaffen zu können. Das finde ich sehr spannend. So kam ich dann 2012 zu meinem Zweitstudium, das ich im Studiengang Ingenieur-Informatik an der THM in Gießen absolviert habe.

Zu muli-cycles kam ich durch persönliche Beziehungen. Mit einem der beiden Gründer-Brüder von muli-cycles bin ich seit langer Zeit befreundet. Zunächst habe ich für das Unternehmen einen Web-Shop zum Markteintritt entwickelt. Daraus wurde dann ein langfristiges Engagement. Aber auch das StartupWeekend Mittelhessen hat einen wesentlichen Anteil daran, dass ich mich für diesen Weg entschieden habe.

Was gefällt Ihnen an ihrer Arbeit (z.B. flexible Arbeitszeiten, cooler Chef, abwechslungsreiche Arbeit etc.)?

Ach, da gibt es viel Positives. Ich mag es beispielsweise mit Freunden zusammenzuarbeiten. Wir sind ein sehr familiäres Unternehmen, würde ich sagen. Außerdem reizt es mich sehr, mit einem eigenen Produkt auf dem Markt zu sein. Wir haben 2017 unseren Hut in den Ring geworfen und uns innerhalb kürzester Zeit einen Namen in der Branche gemacht. Das ist schon ziemlich cool, finde ich. Mir gefällt außerdem, dass wir Teil der gemeinwohlorientierten Wirtschaft sind. Wir stellen ein nachhaltiges Produkt her und das zu fairen Arbeitsbedingungen und mit kurzen Transportwegen.

Unser Lastenrad muli ist ein echter Allrounder und kann einen PKW im städtischen Alltag ohne Weiteres ersetzen. Ich mag es auch, Strategien zu entwickeln, um muli langfristig am Markt zu etablieren. So gewinne ich also auch tiefere Einblicke in andere Themengebiete wie Vertrieb und Marketing, auch wenn das nicht mein eigentliches Aufgabengebiet ist.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag in einem StartUp aus?

Der unterscheidet sich in meinem Fall nicht so sehr von anderen Unternehmen, schätze ich. Mails schreiben, das eine besprechen, das andere entwickeln, zwischendurch etwas Lastenrad fahren. Wir haben auch eine Tischtennis-Platte, aber die steht leider im Moment viel zu oft still… :D

Hat man als StartUp mit manchen Schwierigkeiten zu kämpfen?

Ständig! Ein Startup ist ein weißes Blatt Papier. Es gibt keine Strukturen, am Anfang ist nichts da. Man muss sich alles erst erarbeiten. Dazu braucht es gute Konzepte, Vertrauen von Kunden, Geschäftspartnern und ein gutes Team. Außerdem sind Zeit und Geld immer knapp und gerade in den ersten Jahren macht man viele Dinge zum ersten Mal. Das macht es schwieriger, aber auch sehr reizvoll.

Würden Sie die Arbeit in einem StartUp, einer Arbeit in einem älteren Unternehmen vorziehen? Wenn ja, warum?

Die Frage finde ich witzig, denn ich arbeite ja gerade mit muli-cycles bei einem Startup und mit der ITK-Engineering GmbH bei einem etablierten Mittelständler, der seit 2017 eine 100% Tochtergesellschaft der Robert Bosch GmbH ist, dabei aber seine Eigenständigkeit behalten hat. Ich erlebe momentan also das gesamte Spektrum von Startup über mittelständisches Unternehmen bis hin zu Groß-Konzern und wandle sozusagen zwischen den Welten. Mit der Expertise kann ich Ihre Frage mit einem ganz klaren Jein beantworten.

ITK zum Beispiel hat eine außergewöhnliche Unternehmenskultur. Am Standort in Lollar bearbeiten wir äußerst spannende Projekte unter anderem mit Schwerpunkten in den Bereichen Connectivity, Security, Embedded,, Artificial Intelligence, Personen- und Objekterkennung, Funktionale Sicherheit u.v.m.... Da lacht mein Entwicklerherz.

Zusammengefasst ist die Arbeit im Startup etwas chaotischer, aber auch bunter und freier. Im etablierteren Unternehmen ist es tendenziell etwas geordneter und professioneller. 

Sie arbeiten in der Region Mittelhessen. Was gefällt Ihnen an der Region?

Mittelhessen ist toll! Hier gibt es viele Möglichkeiten sich auszuleben, nette Menschen, schöne Radwege und allen voran natürlich ein verdammt gutes Lastenrad!

Suchen Sie aktuell noch nach Mitarbeitern?

Auf jeden Fall! Aktuell suchen wir bei muli-cycles einen Zweirad-Mechaniker für unser wachsendes Team -idealerweise mit etwas Berfuserfahrung. Über Bewerbungen würden wir uns sehr freuen.

Und auch bei ITK haben wir immer Bedarf an guten Ingenieuren, Informatikern und Naturwissenschaftlern. Hier lohnt sich ein Blick auf aktuelle Stellenausschreibungen unter https://www.itk-karriere.de.

Viele Einblicke, die wir durch das Interview in die Start-Up sowie die mittelständische Welt erhalten konnten. Und gleichzeitig spannend die Mischung aus beidem kennen zu lernen und kleine Insiders zu erfahren.

Vielen Dank für das Interview und die tollen detaillierten Informationen aus der Start-Up Szene und aus persönlicher Sicht, Oliver.





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