Chancengleichheit in Zeiten von Corona!?

28.07.2020

Ob als Pflegerin im Krankenhaus oder im Pflegeheim, als Kassiererin im Einzelhandel oder als Erzieherin in der Notbetreuung: laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung liegt der Frauenanteil in den „systemrelevanten Berufsgruppen“ bei knapp 75 Prozent (in Krankenhäusern arbeiten 76 Prozent Frauen, im Einzelhandel 73 Prozent, in Kindergärten und Vorschulen 92 Prozent).


Die Pandemie trifft Frauen härter: in Berufszweigen, die in der Krise wichtig sind, arbeiten überwiegend Frauen. Die Krise hat aber auch viele Familien vor eine große Belastungsprobe gestellt: Mehr denn je sind sie gefordert, Arbeits- und Familienleben miteinander zu vereinbaren und Lösungen für die veränderte Lebenssituation zu entwickeln. Mehrheitlich sind es die Frauen, die in systemrelevanten Berufen weiterarbeiten. Sie haben in diesen Branchen oft nicht die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten und ihr Ansteckungsrisiko zu minimieren. Doch auch im Homeoffice kümmern sich Frauen mehrheitlich um die Belange ihrer Familien, etwa die Beschulung und Betreuung der Kinder oder die Pflege von Angehörigen.


Aber nicht nur das - die Pandemie fordert auch mehr Fürsorge für Kranke oder alte Menschen, beispielsweise für die Eltern. Neben der eigenen Beschäftigung steigt die Care-Arbeit - und die übernehmen häufig Frauen. Die Entscheidung, wer die Fürsorgearbeit übernimmt, folgt in der Regel folgenden Überlegungen: Wer ist flexibler im Job? Wer ist Hauptverdiener/in? Wer kann beruflich eher zurückstecken? Da mehr Frauen als Männer in Teilzeit oder Minijobs arbeiten, führt dies dazu, dass meistens sie die Betreuungsarbeit übernehmen. Allerdings: in Zeiten von Corona wurden und werden auch andere und neue Erfahrungen gemacht. Auch Männer, beispielsweise betroffen von Kurzarbeit, haben mehr Zeit auf die Betreuung ihrer Kinder verwendet.


Viele Frauen haben erleben müssen, dass sie - vor dem Hintergrund ihres Minijobs- nicht berechtigt sind, Kurzarbeitergeld zu beziehen. Sie erfahren damit aktuell, wie wichtig es ist, perspektivisch sozialversicherungspflichtig beschäftigt zu sein.


Wer seine Situation aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wissen will, und wer Infos haben möchte über mögliche Unterstützung und Weiterentwicklung, kann sich Hilfe holen im Gespräch mit der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) der Agentur für Arbeit Marburg, Marion Guder.


Kontakt: Tel: 06421/605-204, E-Mail: Marburg.BCA@arbeitsagentur.de


 


 





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